| Martin Vogt, 1781-1854 - ein (fast) in Vergessenheit geratener Kirchenmusiker
Kürzlich erhielt die röm.-kath. Kirchgemeinde Arlesheim aus dem Nachlass der Nachfahren von Martin Vogt ein Porträt dieses einst berühmten und virtuos aufspielenden Musikers und Organisten geschenkt. Das Gemälde hat jetzt im Domhof einen würdigen Platz gefunden.
Vor zehn Jahren bannte der Domchor zwei Messen aus Vogts Chor- und Orgelwerken auf Tonträger. Wir nehmen dieses Geschenk zum Anlass, das Wirken Martin Vogts etwas näher ins Licht zu rücken. Der wandernde Kirchenmusikant aus Kulmain in der Oberpfalz war als hilfsbereiter und vielseitiger Diener der Musik, ein gern gesehener Gast in zahlreichen Kirchen und Klöstern Europas. Er scheute sich nicht, eigene galant und heiter wirkende Kurzfassungen der längeren Originalkompositionen zu liefern. Seine Aufenthalte in der Schweiz führten ihn nach Einsiedeln, Mariastein, Disentis, Chur, St. Urban, Arlesheim, Basel, Bern und St. Gallen. In seinen „Erinnerungen eines wandernden Musikers“ schilderte er farbig seine Erlebnisse mit weltlichen und geistlichen Gastgebern. Von 1812 bis 1823 versah er den hiesigen Schul- und Orgeldienst und erhielt 1819 aufgrund seiner Verdienste in der Jugendbildung gegen die Gebühr von Fr. 80.- a.W. das Arlesheimer Bürgerrecht. In Basel wurde Vogt mit den berühmtesten Musikern seiner Zeit bekannt und von diesen auch in Arlesheim besucht, so u.a. von Carl Maria von Weber, Spohr, Romberg und dem Sohne des von ihm besonders verehrten Mozart. Angebote nach Paris und London schlug er allesamt aus. Einer seiner zwei Söhne namens Joseph war Schuhmacher und Vater der hiesigen Bürger Vogt. 1854 starb M. Vogt in Colmar.
CD’s können für Fr. 30.-- auf dem Sekretariat, Domplatz 10, während den Öffnungszeiten bezogen werden |